Antriebs-Schlupf-Regelung ASR
Die Antriebs-Schlupf-Regelung (kurz: ASR), auch TCS (kurz fuer: Traction-Control-System) sorgt dafuer, dass die Raeder beim Beschleunigen nicht durchdrehen. Beim Anfahren mit viel Gas oder bei schlechtem Untergrund wie Eis, Schnee, Rollsplitt, nassem Kopfsteinpflaster (wenig Haftreibung) kann das Rad durchdrehen und das Fahrzeug seitlich wegrutschen. Es war das erste Fahrerassistenz-System, das unabhaengig vom Fahrer Bremsdruck aufbaute.
Droht ein zu starker Schlupf der Antriebsraeder, wird das Antriebsmoment durch gezielten Brems- oder/und Motormanagementeingriff reguliert. Das Regelsystem, das seine Informationen u. a. ueber die ABS-Raddrehzahlsensoren erhaelt, gewaehrleistet damit Traktion und Fahrstabilitaet waehrend der Beschleunigungsphase auf gerader Strecke wie auch bei Kurvenfahrt. Weil der Regeleingriff meist etwas grob erfolgt und ausserdem die Bremse belastet, werden solche Systeme bei hoeheren Geschwindigkeiten in der Regel abgeschaltet.
Umgangssprachlich wird die Antriebs-Schlupf-Regelung oft auch als Antischlupfregelung bezeichnet. Bei der Verwendung von Raedern ist allerdings ein gewisses Mass an Schlupf erforderlich. Eine funktionierende Antischlupfregelung wuerde deshalb die Fortbewegung auf Raedern unmoeglich machen.
Geschichte
Nach der Einfuehrung vom ABS wurde dieses System weiterentwickelt zum ASR.
Mit Einzug des ESP ist ASR zum festen Bestandteil in der Fahrzeugregelung geworden. Da das ESP fuer seine eigene Arbeit ueber alle Eingriffsmoeglichkeiten einschliesslich der Motordrosselung verfuegen muss, ist ASR nur noch eine Erweiterung der Regelsoftware.
Die Bezeichnungen des ASR variieren je nach Hersteller, z.B. ASC+T bei BMW.
Markteinfuehrung
1989, Mercedes S-Klasse; bei Motorraedern ist es seit 1996 auch bei der Honda ST 1100 Pan European zu finden.