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Dieser Artikel befasst sich mit dem elektromagnetischem Relais als elektrischem Schalter in der Elektrotechnik. Fuer andere Bedeutungen siehe Relais (Begriffsklaerung).

Ein Relais ist ein durch elektrischen Strom betriebener, meist elektromagnetisch wirkender Schalter. Das Relais wird ueber einen meist galvanisch getrennten Steuerstromkreis aktiviert und kann einen oder mehrere Laststromkreise schliessen, oeffnen oder umschalten.

Hauptzweck fuer die Verwendung von Relais ist entweder die Moeglichkeit zur ferngesteuerten Beeinflussung von Geraeten oder die schnelle und gleichzeitige oder in der Abfolge definierte Betaetigung zahlreicher Schaltkontakte.

In einem Relais wird durch Stromfluss in der Spule des Elektromagneten ein Eisenanker angezogen. Der Eisenanker schliesst oder oeffnet durch seine Bewegung einen oder mehrere Kontakte, wodurch der Laststromkreis geschlossen, geoeffnet oder umgeschaltet wird. Die Stromstaerke und elektrische Spannung im Laststromkreis koennen um ein Vielfaches groesser als in der Spule sein. Ein Relais fuer erheblich groessere Leistungen in der Starkstromtechnik wird Schuetz genannt. Schuetze besitzen, in der Regel, mehrere gleichartige Schaltkontakte, wie sie zum Schalten von Drehstromverbrauchern benoetigt werden. Des weiteren gibt es sogenannte "Hilfsschuetze", die ihrerseits zur Steuerung der vorgenannten "Hauptschuetze" dienen.

In der Elektronik werden Relais auch als Halbleiterrelais mit Transistoren oder Thyristoren bzw. Triacs realisiert. Halbleiterrelais arbeiten ohne bewegte Teile und sind daher auch fuer hohe Schaltfrequenzen geeignet.

Werden in der Nachrichtentechnik mehrere Relais zur Vermittlung von Signalen zu groesseren Einheiten zusammengefasst, so spricht man auch von einem Koppelfeld

Eine andere Art der Relais sind sensorische Relais, zum Beispiel Bimetallrelais zur Temperatursteuerung oder Reed-Relais als Bewegungs- oder Endschalter.

Relais gibt es in vielen Ausfuehrungen, unter anderem:

  • astabil bzw. monostabil (zurueckfallend in den Ausgangszustand)
  • bistabil, auch als Stromstossschalter bezeichnet (in beiden Lagen ohne Strom des Steuerkreises verbleibend)
  • mit einem oder mehreren Lastkreisanschluessen
  • negierend oder wechselseitig schliessend
Geschichtliche Entwicklung

Das elektromagnetische Relais (EMR) wurde von Joseph Henry im Jahre 1835 erfunden und diente schon damals zur Nachrichtenuebermittlung vom Labor zu seinem Haus. Samuel Morse wendete sich 1837, wegen seines Schreibtelegraphen, an J. Henry und benutzte das EMR, wonach er es verbessert hatte, so dass es auch auf geringe Impulse reagiert, als Signalverstaerker. Die Idee eines Telegraphen existierte schon laenger, aber das Relais war der damalige Schluessel zur Nachrichtenuebermittlung. Es musste alle 30 km an den Telegraphenleitungen installiert werden, um die ankommenden schwachen Signale wieder zu verstaerken. Damit war die Grundlage geschaffen Impulse ueber weite Strecken zu senden. Die erste Demonstration des Telegraphen fand 1844 zwischen Washington und Baltimore statt. In Anlehnung an die Relaisstationen, wo die Postreiter ihre Pferde gegen frische tauschen konnten, taufte man das neue Geraet Relais.

Das Relais ermoeglichte auch die Entwicklung des Computers, der erstmals 1937 von Konrad Zuse unter dem Namen "Z1" mit 2000 Relais fuer das Rechenwerk und den Speicher gebaut wurde. Da die Geschwindigkeit des Computers abhaengig ist von der Geschwindigkeit seiner Schalter, wurden immer schnellere Relais gebaut, bis deren Aufgaben in diesem Bereich von Transistoren uebernommen wurden.

Relais (Begriffsklaerung)

Der Ausdruck Relais (v. franzoes.: relaier zuruecklassen: Station fuer Pferdewechsel) bezeichnet:

• einen elektrischen Schalter in der Elektrotechnik. Siehe Relais
• Eine Verstaerkerstation in der Nachrichtentechnik (auch Relaisstation, Repeater)
• In der drahtgebundenen Signaluebermittlung. Siehe Repeater
• In der drahtlosen Signaluebermittlung. Siehe Relais (Funktechnik)

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