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Das Auto Pflanzenoel (Poel) Lexikon

Vergaser

Auto Lexikon

Der Vergaser ist ein Maschinenbauteil zum Vermischen von Kraftstoff und Luft, um ein brennbares Gemisch zum Betrieb von Otto-Verbrennungsmotoren zu erzeugen und um die dem Zylinder zugefuehrte Gemischmenge zu regulieren. Streng genommen ist der Vergaser ein Zerstaeuber, denn der Kraftstoff erfaehrt keine Zustaendsaenderung (Vergasung), sondern wird feinstmoeglich zerstaeubt.

Das stoechiometrische Luft-Kraftstoff-Mischungsverhaeltnis liegt fuer die heute ueblichen Otto- und Dieselkraftstoffe bei ca. 14,7 kg Luft auf 1,0 kg Kraftstoff. Dieses Verhaeltnis stellt den Lambda-Wert 1 dar. Das Luftverhaeltnis errechnet sich aus der Luftmasse im Zylinder und der stoechiometrischen Luftmasse. Bei einer niedrigen Verhaeltniszahl (weniger Luft als beim stoechiometrischen Luft-Kraftstoff-Verhaeltnis im Zylinder) spricht man von "fettem" Gemisch, bei einer hoeheren Verhaeltniszahl von "magerem" Gemisch. Um genau dieses Mischungsverhaeltnis zu erreichen, insbesondere hinsichtlich eines moeglichst geringen Schadstoffausstosses sowie moeglichst niedrigem Verbrauch, ist der Vergaser zumindest im PKW-Bereich inzwischen praktisch komplett von Einspritzanlagen verdraengt worden. Der Vergaser spielt trotz allem noch eine Rolle im Zweitaktmotorenbau, insbesondere bei leichten Motoren fuer Roller, Kleingeraete und Kettensaegen.

Erste Vergaser

Die ersten Vergaser waren der Oberflaechenvergaser und der Buerstenvergaser. Waehrend beim Oberflaechenvergaser einfach nur die Fluechtigkeit des Kraftstoffes ausgenutzt wurde - Schlagloecher waren fuer die Gemischbildung hilfreich - war der Buerstenvergaser, der auf den deutsch - oesterreichischen Techniker Siegfried Marcus zurueckgeht (div. Patente zwischen 1882 und 1887) und bei dem eine Buerste rotierend ueber einer offenen Wanne den Treibstoff zerstaeubte, technisch aufwaendiger. Diese Vergasertypen wurden, auch aufgrund ihrer Unzuverlaessigkeit und Gefaehrlichkeit (Vergaserbrand), nur relativ kurze Zeit bei den ersten Verbrennungsmotoren verwendet. Sie wurden durch Vergaser mit Schwimmerkammer (Spritzduesenvergaser) ersetzt. Die ersten Schwimmervergaser waren oftmals Steigstromvergaser. Aufgrund der schlechten Qualitaet der Vergaser kam es oefter zu ueberfettungen; der Motor blieb stehen. Beim Steigstromvergaser kann der Kraftstoff dann aus dem Vergaser ins Freie auslaufen, statt in den Motor..

Verschiedene Vergasertypen

Bei der Kategorisierung unterscheidet man heute nach:

Richtung des Ansaugluftstromes (Durchstroemungsrichtung)

• Fallstromvergaser
• Schraegstromvergaser
• Flach- oder Gleichstromvergaser
• Steigstromvergaser

Anzahl und Funktion der Mischkammern (Bauform)

• Einfachvergaser
• Doppelvergaser
• Dreifachvergaser
• Register- oder Stufenvergaser
• Doppelregistervergaser

Art des Drosselorganes (Funktionsprinzip)

• Kolbenschiebervergaser
• Drosselklappenvergaser
• Flachschiebervergaser

Vorherrschender Druck

• Gleichdruckvergaser - Hinter der Drosselklappe sitzt ein Kolben, der den Luftweg weitgehend

versperrt. Dieser Kolben wird ueber eine Membrane bewegt und gibt so je nach Druckverhaeltnissen den gesamten Querschnitt frei. Damit wird verhindert, dass das Gemisch bei Vollgas und niedrigen Drehzahlen zu sehr abmagert. Der Gleichdruckvergaser wird besonders haeufig bei Motorraedern eingesetzt. Die mechanische Rueckkopplung im Gleichdruckvergaser sorgt fuer eine bessere Gemischbildung verglichen mit anderen Vergasertypen. ->weniger Verbrauch

• Unterdruckvergaser

Zusatzeinrichtungen

Besonders an einfachen Vergasern fuer 2-Takt-Motoren findet man oft einen sog. "Tupfer". Durch Druecken eines Hebels an der Schwimmerkammer wird der Schwimmer nach unten gedrueckt. Damit wird die Schwimmerkammer mit Benzin ueberflutet und das Gemisch angefettet.

Vorwaermung

Um zu verhindern, dass die Duesen bei kuehler Witterung vereisen, wurde vor allem bei PKW Vergaser die angesaugte Luft und das Vergasergehaeuse vorgewaermt. Dies kann mit Hilfe der Kuehlfluessigkeit oder einer elektrischen Heizung erreicht werden.

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