Biokraftstoffe
Strategie fuer Mobilitaet von morgen
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
Erdoel bewegte die Welt im 20. Jahrhundert.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kommt
diese Entwicklung langsam zu einem Ende.
Die Endlichkeit der weltweiten Erdoelreserven
bei gleichzeitig steigender Nachfrage,
die Sorge um unsere natuerliche Lebensumwelt
und das Klima machen eines deutlich:
Die Welt waechst weiter zusammen und
braucht dafuer Mobilitaet. Wenn wir diese
Mobilitaet auch kuenftig sicherstellen wollen,
dann muessen wir uns nach Alternativen
zum Rohstoff Erdoel umsehen.
Eine wichtige Alternative ist die Nutzung
nachwachsender Rohstoffe und dabei speziell
von Biokraftstoffen: Biodiesel, Bioethanol
und synthetische Biokraftstoffe sichern
die Mobilitaet der Zukunft. Unsere grosse
Chance ist es, das zu nutzen, was hier vor
unserer Haustuer auf den Feldern steht. Das
sind die Innovationsfelder von heute und
die „Bohrloecher“ von morgen.
Genau hier kommt auch die Land- und
Forstwirtschaft in Deutschland ins Spiel.
Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen
wird zunehmend zu einem neuen wirtschaftlichen
Standbein. Nicht nur im energetischen
Bereich, durch die Erzeugun
von Treibstoffen der Zukunft, sondern auch
im stofflichen Bereich werden wir Erdoel
kuenftig konsequent ersetzen muessen: Die
Nutzungsbeispiele reichen schon heute von
Verpackungen bis hin zum Hausbau. Wer
auf diese Innovationsfelder und neue Technologien
setzt, der schafft sich einen Standort-
und Wettbewerbsvorteil fuer die Welt
von morgen.
In dieser Broschuere finden Sie Informationen
darueber, was in den vergangenen Jahren im
Bereich der Biokraftstoffe in Bewegung
gekommen ist und welche Wege Erfolg versprechen.
Wir zeigen, wie die Startbedingungen
und ein verlaesslicher und stabiler
Rahmen fuer ein starkes 21. Jahrhundert aussehen.
Renate Kuenast Bundesministerin fuer Verbraucherschutz,
Ernaehrung und Landwirtschaft
Nachhaltige
Energieversorgung ist
notwendiger denn je!
Im Kraftstoffsektor wird fast ein Drittel
der in Deutschland verbrauchten Endenergie
eingesetzt. Die genutzten Kraftstoffe
basieren fast ausschliesslich auf Erdoel,
das zu mehr als 97 % aus Importen stammt.
Die Verfuegbarkeit von Erdoel und anderen
fossilen Ressourcen ist begrenzt. Das weltweite
Foerdermaximum von Erdoel wird in
wenigen Jahrzehnten ueberschritten sein.
Gleichzeitig nimmt der Energieverbrauch
bei voranschreitender wirtschaftlicher Entwicklung
vieler Regionen der Welt, insbesondere
Chinas, zu. Die Verknappung und
Verteuerung von Erdoel ist unausweichlich.
Gleichzeitig sind die externen Kosten fossilen
Ressourcenverbrauchs mit Belastungen
u. a. fuer Klima, Wasser und Landschaft unuebersehbar.
Die verstaerkte Nutzung von Biokraftstoffen
bildet eine Alternative zur Nutzung endlicher
erdoelbasierter Kraftstoffe. Sie kann
einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen
Mobilitaet in der modernen Industriegesellschaft
leisten. Dies gilt insbesondere
im Hinblick auf Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
In 2004 wurde 1 % des
deutschen Kraftstoffbedarfes ueber Biodiesel,
im wesentlichen aus Rapsoel hergestellt,
gedeckt. Die Biodieselerzeugung waechst
weiter. Gleichzeitig nehmen in 2005 drei
Anlagen zur Bioethanolerzeugung ihren
Betrieb auf.
Damit nimmt Deutschland in Europa eine
Vorreiterrolle ein. Insbesondere in Zusammenhang
mit den Bemuehungen zur Reduzierung
des CO2-Ausstosses forcieren inzwischen
in Europa und weltweit viele Laender
die Biokraftstoffproduktion. Einen weltweiten
Spitzenplatz nimmt dabei Brasilien ein. (Anmerkung von Poel-Tec: Man beachte die Problematik der massiven Abholzung und er damit verbundenen Probleme!)
Warum sind
Biokraftstoffe
wichtig?
Beitrag zum Klimaschutz: Biogene
Energietraeger geben bei ihrer energetischen
Nutzung nur soviel Kohlendioxid
(CO2) ab, wie beim Wachstum der den
Rohstoff liefernden Pflanze gebunden
wurde. Fossile Rohstoffe wie Erdoel und
Erdgas setzen hingegen bei ihrer Nutzung
immer zusaetzlichen Kohlenstoff frei– auch bei Effizienzsteigerungen bei den
Nutzungsverfahren. In 2004 werden
durch den Einsatz von Biokraftstoffen in
Deutschland ca. 2,6 Mio. t an CO2-Emissionen
vermieden.
Beitrag zur Versorgungssicherheit: Biogene Kraftstoffe sind die bisher einzigen
verfuegbaren regenerativen Energietraeger
im Verkehrsbereich. In Deutschland
koennen zunehmend nicht mehr fuer
die Nahrungsmittelproduktion benoetigte
Flaechen fuer die Erzeugung von nachwachsenden
Rohstoffen, u. a. fuer die
Biokraftstofferzeugung genutzt werden.
Abhaengigkeiten der Versorgung von
politisch instabilen Regionen werden
durch die Nutzung nachwachsender
Rohstoffe – die in einer Vielzahl von
Weltregionen verfuegbar sind – zur
Kraftstofferzeugung verringert.
Beitrag zur Staerkung des laendlichen
Raums: Land- und Forstwirtschaft werden
durch Produktion und Aufbereitung
der Rohstoffe fuer die Biokraftstofferzeugung
zum Ausgangspunkt fuer eine nachhaltige
Mobilitaet und fuer Innovation.
Dabei koennen Biokraftstoffe zu Wertschoepfung
und Beschaeftigung in Landwirtschaft
und im laendlichen Raum
beitragen.
Die Erloese der Landwirte aus der Rapserzeugung
fuer die Biodieselproduktion werden
fuer 2004 auf 400 Mio. € geschaetzt. Zusaetzlich
profitieren Landwirte von den preisstabilisierenden
Effekten der Non-Food-Raps-
Nachfrage auf den Food-oelsaatenmarkt.

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