Als Mineraloel bezeichnet man in der petrochemischen Industrie die Produkte, die bei der Verarbeitung (durch Destillation) von Erdoel entstehen, beispielsweise Benzin, Heizoel, Schmieroel. Das Erdoel nennt man in der petrochemischen Industrie Rohoel.
Das Naturprodukt Erdoel wird in der Erdoelraffinerie vor der Verarbeitung Rohoel und nach der Verarbeitung Mineraloel genannt.
Erdoel ist ein in Schichten der Erdkruste eingelagertes, hauptsaechlich aus Kohlenwasserstoffen bestehendes, dickfluessiges, lipophiles Stoffgemisch. Es besitzt eine dunkle bis schwarze Farbe und hat einen ganz charakteristischen Geruch. Manche Erdoelsorten fluoreszieren bei der Bestrahlung mit ultraviolettem Licht. Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung des Erdoels.
Entstehung
Der biogenetischen Theorie gemaess ist Erdoel aus Meeresorganismen entstanden, die starben, absanken und auf dem Meeresboden von Sedimenten bedeckt wurden. Durch Absinken der Sedimente wurden diese organischen Materialien hohem Druck und hoher Temperatur ausgesetzt. Unter diesen Bedingungen wandelten sie sich in sogenannte Kerogene um. Die fein verteilten Kerogene wandern, da sie leichter als Wasser sind und durch dieses verdraengt werden. Beim Wandern ("Migration" des Erdoels) vereinigen sich die Kerogene zu kompakteren Massen, zu Erdoel. Die Migration verlaeuft im grossen Ganzen aufwaerts. Geraet das Erdoel unter undurchlaessige Erdschichten, die seine weitere Wanderung nach oben und nach den Seiten verhindern (Erdoelfallen), reichert es sich dort an und es entsteht so eine Erdoellagerstaette. Eine Erdoellagerstaette besteht also aus einem Speichergestein, dem in seinen Poren befindlichen Erdoel und mehr oder weniger Lagerstaettenwasser, das sich - sofern vorhanden - ebenfalls in den Poren des Speichergesteins befindet. Das Lagerstaettenwasser enthaelt oft geloeste Salze. Teilweise entstand unter aehnlichen Bedingungen Erdgas. Oberhalb von Erdoellagerstaetten kann sich deshalb eine Kappe aus Erdgas befinden. Oberflaechennahe, erdoelhaltige sandige Sedimente werden als Erdoelsande bezeichnet. Erdoel ist weltweit nicht gleich zusammengesetzt. So sind zu Beispiel in einigen Gebieten mehr Alkane, in anderen mehr Alkene enthalten, auch das Verhaeltnis von aliphatischen zu aromatischen Kohlenwasserstoffen ist verschieden.
Der abiogenetischen Theorie nach, die weitaus weniger Vertreter als die biogenetische Theorie hat (siehe insbesondere Thomas Gold), existieren im Inneren der Erde von ihrer Entstehung an grosse Mengen Kohlenstoffverbindungen, darunter auch viele Kohlenwasserstoffe. Diese Kohlenstoffverbindungen werden wegen ihrer geringen Dichte in Richtung Erdoberflaeche aufgepresst.
Nach einer neuen Theorie werden die Kohlenwasserstoffe bei radioaktiven Prozessen im Erdmantel gebildet.